Stand: 21. Oktober 2026, 20:10 Uhr. Ich aktualisiere diese Seite, sobald sich etwas Wichtiges ändert. Was ich noch nicht geprüft habe, steht als „noch offen“ dabei.
Was diese Seite ist, und was nicht: Information aus öffentlichen, geprüften Quellen und meiner Erfahrung, nach bestem Wissen am Tag der Veröffentlichung. Sie ist keine Beratung für Ihren Einzelfall und ersetzt keine. Was Sie an Ihrer Website, Ihrem Server oder Ihren Geräten ändern, entscheiden Sie bitte zusammen mit dem Fachmann, der Ihre Technik kennt (Hoster, Agentur, Administrator), nach der dann aktuellen Lage. Die Lage ändert sich stündlich; was heute Abend richtig ist, kann morgen überholt sein.
Was seit der ersten Fassung dazukam (Update-Verlauf, neueste zuerst)
- 20:05 Uhr: Teilen-Bild auf das grüne Lösungsbild umgestellt, Lösungsbild bei der Selbsthilfe; das rote Problembild bleibt oben.
- 20:00 Uhr: Assistenten-Prompt: fragt Ihre Angaben ab, bewertet, schlägt Varianten vor (nur PHP-Version umstellen, statische Kopie, kurz vom Netz). Zwei Regeln „Sicherung zuerst, Begleitung oder eigene Gefahr“. Hinweis auf die Sicherung beim Hoster.
- 19:45 Uhr: Selbsthilfe als Aufklapp-Abschnitte: statisch machen, Sicherung, Patch für eigene Server, Nutzen einer statischen Seite mit PageSpeed-Messung dieser Seite. Drei Wege, die Kopie scharf zu schalten. Textbreite am Handy korrigiert.
- 19:15 Uhr: Selbsthilfe „Website statisch machen“ mit Prompt und Claude-Code-Anleitung. Passwörter in Ruhe wechseln.
- 18:55 Uhr: Hinweis „Information, keine Beratung“.
- 18:45 Uhr: Web-Visitenkarte statt Abschalten. Drei häufige Fragen: abschalten? E-Mails? Wartungsmodus?
- 18:40 Uhr: RUS-CERT und watchTowr bestätigen Angriffsversuche. Ampel je Fall, Zeitfenster bis Freitag.
- 18:20 Uhr: Erste Fassung: erste 10 Minuten, bin ich betroffen, Schritt für Schritt, Übergangsmaßnahmen, Einbruch erkennen, Textvorlage an Hoster, Quellen.
✓ Das sollten Sie heute noch tun
- PHP-Version prüfen und auf den neuesten Stand bringen: sicher sind 8.5.12, 8.4.27, 8.3.36 oder 8.2.35. Bei den meisten Hostern geht das mit zwei Klicks im Kundenbereich (Anleitung unten).
- Ihren Hoster oder Ihre Agentur fragen, ob der Server schon gepatcht ist. Dafür gibt es unten eine fertige Textvorlage.
- Sicherung ziehen, bevor Sie etwas ändern: Dateien und Datenbank. Einmal auf „Backup jetzt“ im Hosting-Panel reicht.
- Nach dem Update kurz durchklicken: Startseite, Kontaktformular, Shop-Kasse, Login.
- Quick Win, wenn der Hoster noch nicht so weit ist: die Website für ein paar Tage statisch machen, mit KI-Hilfe in einer Stunde. Zur Selbsthilfe-Anleitung ↓
- Wenn Sie nicht weiterkommen: Hoster oder Agentur sind heute die richtigen Ansprechpartner, die Frage ist dort Alltag. Meine Bestandskunden erreichen mich wie gewohnt.
✗ Auf keinen Fall
- Abwarten, „weil die Seite ja nur klein ist“. Die Angriffe laufen automatisch gegen alles, was im Internet steht. Größe spielt keine Rolle.
- Nur WordPress, Plugins oder den Shop aktualisieren. Die Lücke steckt in PHP selbst, also unter der Website. Das Anwendungs-Update allein hilft nicht.
- Auf eine alte PHP-Version zurückschalten, weil ein Plugin meckert. Alles unter 8.2 bekommt keinen offiziellen Schutz mehr.
- Bei Verdacht auf Einbruch selbst aufräumen oder neu aufsetzen, bevor die Spuren gesichert sind. Was dann zu tun ist, steht unten.
Was passiert ist, einfach erklärt
Seit heute Nachmittag nehmen Kliniken, Städte und Behörden ihre Websites vom Netz: in der Region Stuttgart waren am frühen Abend zeitweise acht von dreizehn großen Krankenhäusern nicht erreichbar, später noch fünf, dazu Behörden in den Niederlanden, Dänemark und Finnland, die Stadt Mainz, Wikipedia-Dienste. Nicht, weil sie gehackt wurden, sondern vorsorglich. Der Grund steckt in einem Bauteil, das fast jede Website benutzt und das kaum jemand kennt: PHP.
Was PHP ist, in zwei Sätzen: Eine Website ist nicht einfach eine Datei, die im Internet liegt. Wenn jemand Ihre Seite aufruft, baut ein Programm auf dem Server sie in diesem Moment zusammen, aus Ihren Texten, Bildern, dem Kontaktformular, dem Shop. Dieses Programm ist bei rund sieben von zehn Websites PHP. Es ist der Motor hinter der Seite: Sie sehen ihn nie, aber ohne ihn läuft nichts. WordPress, TYPO3, Joomla, Shopware, Nextcloud, fast jeder Baukasten einer Agentur, die kleine Vereinsseite von 2015, alles PHP.
In diesem Motor wurden am 21. Oktober 2026 zwei schwere Fehler öffentlich. Sie heißen zusammen „PHP2Shell“ (Kennungen CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619) und sind mit 9,2 von 10 Punkten als kritisch eingestuft. Das Bild dazu: Jemand kann durch den Briefschlitz Ihrer Website hineingreifen und den Türöffner von innen drücken. Er braucht kein Passwort, kein Benutzerkonto, nur die Adresse Ihrer Seite. Drinnen kann er dann tun, was Ihre Website darf, und obendrein lesen, was gerade im Speicher liegt, etwa Passwörter.
Das Besondere: Betroffen sind laut den Entdeckern alle PHP-Versionen seit PHP 5, also auch sehr alte Seiten. Deshalb trifft es nicht nur Kliniken, sondern genauso die Firmenseite mit fünf Unterseiten und die Vereinsseite mit dem Terminkalender. Fertige Updates gibt es nur für PHP 8.2 bis 8.5; für 7.4, 8.0 und 8.1 stellt das PHP-Team Quelltext-Korrekturen bereit, die Hoster und Linux-Anbieter erst in Pakete gießen müssen (Ubuntu hat das für 8.1 schon getan). Das BSI stuft die Lage als „sehr hoch“ ein; Behörden in den Niederlanden, Dänemark und Finnland, Wikimedia und deutsche Städte haben Dienste vorsorglich abgeschaltet.

Wie leicht ist ein Einbruch, und was kann dann passieren?
Ich sage es so, wie ich es einem Kunden am Telefon sagen würde:
- Es geht ohne Zugangsdaten. Der Angreifer braucht nur die Adresse Ihrer Website und schickt präparierte Anfragen, etwa über ein Upload-Formular. Er muss nichts erraten.
- Es klappt nicht beim ersten Versuch, aber beim tausendsten. Die Entdecker beschreiben, dass es mehrere tausend Anfragen braucht. Für einen Menschen ist das mühsam, für ein automatisches Programm eine Sache von Minuten. Genau solche Programme laufen jetzt über das ganze Internet.
- Was dann möglich ist: Der Angreifer kann auf dem Server tun, was Ihre Website darf: Dateien lesen und ändern, eine Hintertür ablegen, Schadcode in Ihre Seiten einbauen, Kunden auf Betrugsseiten umleiten, Ihre Datenbank mit Kundendaten kopieren, Spam versenden. Eine der beiden Lücken verrät zusätzlich Inhalte aus dem Arbeitsspeicher, laut den Entdeckern bei Wiz Passwörter, Sitzungs-Token, API-Schlüssel und Zertifikate. Administrator-Rechte auf dem ganzen Server bekommt er damit nicht automatisch; dafür bräuchte er eine zweite Lücke.
- Am schlimmsten trifft es Apache mit „mod_php“: Dort greift der Angriff, bevor überhaupt Ihre Website läuft, also auch bei einer leeren Testseite. Bei der moderneren Betriebsart PHP-FPM ist ein vollständiger Angriff bisher nicht vorgeführt, aber vom PHP-Team als möglich eingestuft. Welche Betriebsart Ihr Hoster nutzt, erfahren Sie nur von ihm.
- Gibt es schon Angriffe und fertige Angriffswerkzeuge? Cloudflare sieht seit der Nacht zum 21. Oktober Angriffsverkehr auf seine Kunden; die US-Behörde CISA, das BSI und mehrere Sicherheitsfirmen hatten bis zum Nachmittag keinen bestätigten erfolgreichen Angriff. Seit dem Leak kursieren Angriffsprogramme im Netz; das SANS-Frühwarnzentrum nannte sie mittags „unzuverlässig und unvollständig“, am Nachmittag hat das RUS-CERT der Universität Stuttgart einen davon auf einem Testsystem erfolgreich nachvollzogen, und die Sicherheitsfirma watchTowr sieht Angriffe auf ihren Ködersystemen. Ein öffentlich bestätigtes echtes Opfer gibt es Stand 18:40 Uhr noch nicht. Das BSI rechnet mit Massenangriffen „innerhalb weniger Stunden“.
Deshalb mein Rat: Heute das Update, nicht am Wochenende. Meine Einschätzung des Zeitfensters: Heute und morgen ist das Risiko für die einzelne Seite noch klein, weil die Angreifer ihre Werkzeuge erst verfeinern. Ab dem Wochenende steigt es deutlich, ab der zweiten Woche rechne ich mit Masseninfektionen bei ungepatchten Seiten. Wer bis Freitag, 23. Oktober, gepatcht hat, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit durch. Wer Personendaten im Web hat (Praxis, Kanzlei, Verein, Shop), sollte nicht so lange warten.
Bin ich betroffen? Ihr Fall auf einen Blick
Suchen Sie in der linken Spalte, was auf Sie zutrifft. Rechts steht, was Sie tun. Die Ampel ist meine Einschätzung der Dringlichkeit, Stand heute Abend.
| Links: Ihr Fall | Rechts: Ihre Lösung |
|---|---|
| Baukasten-Website bei Jimdo, Wix, Squarespace, IONOS MyWebsite, Shopify oder Ähnlichem | Grün Der Anbieter betreibt die Technik und muss selbst patchen. Sie können nichts einstellen. Schauen Sie auf die Statusseite des Anbieters; bei Stillschweigen bis morgen nachfragen (Textvorlage). |
| WordPress, TYPO3, Joomla, Shop auf einem Hosting-Paket (IONOS, Strato, All-Inkl, Hetzner, Mittwald, Hosteurope, netcup und andere) | Gelb (Rot, wenn Ihre Seite noch auf PHP 8.1 oder älter läuft oder der Hoster bis Freitag nicht antwortet.) Der Hoster liefert die neuen PHP-Versionen, Sie wählen sie aus. Im Kundenbereich unter „PHP-Version“ oder „PHP-Einstellungen“ auf 8.3.36, 8.4.27 oder 8.5.12 stellen. Wenn die neue Nummer dort noch nicht auftaucht: Hoster fragen und die Übergangsmaßnahmen nutzen. |
| Eigener Server oder vServer (Plesk, cPanel, Docker, selbst eingerichtet) | Rot bis gepatcht. Sie oder Ihre Agentur müssen selbst updaten: PHP-Pakete der Distribution oder Docker-Image erneuern, PHP neu starten, Version prüfen. Ohne Admin an der Hand: Der Hoster des Servers hat dafür in der Regel einen Notdienst, bei Plesk und cPanel gibt es Anleitungen des Herstellers. |
| NAS, Firewall oder Router mit Weboberfläche: QNAP, Synology, pfSense, OPNsense, DrayTek, ZyXEL, Netgear, TP-Link und andere | Rot, solange die Oberfläche im Internet steht; Grün, sobald nur noch im eigenen Netz oder per VPN erreichbar. Viele dieser Geräte haben PHP eingebaut, und ein Update des Servers patcht das eingebaute PHP nicht mit. Prüfen Sie, ob die Verwaltungsoberfläche aus dem Internet erreichbar ist, und schalten Sie das ab. Danach auf Hersteller-Updates achten. Die niederländische Behörde NCSC-NL führt QNAP, Synology, OPNsense, Palo Alto und Citrix als „in Prüfung“ (Stand 18 Uhr); eigene Stellungnahmen der Hersteller habe ich noch nicht gelesen. |
| Reine HTML-Seite ohne PHP, zum Beispiel diese hier | Grün Nicht betroffen. Prüfen Sie trotzdem, ob auf demselben Hosting-Paket noch eine alte PHP-Installation herumliegt, etwa ein vergessenes WordPress im Unterordner. |
| Website bei einer Agentur, Sie wissen nicht, was dahinter läuft | Gelb (Rot, wenn Kundendaten auf der Seite liegen.) Heute die Textvorlage an die Agentur schicken und um eine kurze Rückmeldung bis morgen bitten. Die Frage ist Alltag für Agenturen, Sie treten niemandem auf die Füße. |
Schritt für Schritt: PHP-Version beim Hoster umstellen
- Sicherung anstoßen. Im Kundenbereich „Backup“ oder „Sicherung“ suchen, einmal „jetzt sichern“ klicken. Bei WordPress zusätzlich ein Backup-Plugin starten, falls vorhanden.
- PHP-Version finden. Je nach Hoster heißt der Punkt „PHP-Version“, „PHP-Einstellungen“ oder „Webspace-Einstellungen“. Bei IONOS: Hosting → PHP-Version; bei Strato: Datenbanken und Webspace → PHP-Version; bei All-Inkl: KAS → Domain → PHP-Version. Bei Plesk: Websites & Domains → PHP-Einstellungen.
- Die genaue Nummer lesen. Entscheidend ist die dritte Zahl: 8.3.36 ist sicher, 8.3.35 nicht. Zeigt das Panel nur „8.3“, ohne dritte Zahl, hilft bei WordPress der Blick unter Werkzeuge → Website-Zustand → Bericht → Server, bei anderen Systemen eine Rückfrage beim Hoster.
- Umstellen und speichern. Wenn Ihre Seite noch auf 7.x oder 8.0/8.1 läuft, ist jetzt der Moment für 8.3. Die meisten aktuellen WordPress- und TYPO3-Installationen laufen damit ohne Änderung; alte Themes und Plugins können aussteigen. Dann hilft die Sicherung aus Schritt 1. Ob Ihr Hoster für die alten Zweige eine nachgebesserte Fassung anbietet, steht in seiner Versionsliste; verlassen Sie sich nicht darauf.
- Durchklicken. Startseite, eine Unterseite, Kontaktformular abschicken, bei Shops ein Testprodukt in den Warenkorb. Weiße Seite oder Fehlermeldung? Zurück auf die vorherige Version, Sicherung einspielen, Agentur oder mich anrufen.
Wenn das Update noch nicht da ist: Übergangsmaßnahmen
Die PHP-Entwickler nennen Einstellungen, die den Angriff deutlich erschweren, aber nicht ersetzen. Sie gelten nur bis zum Update.
- Für Hosting-Kunden: Sie können diese Einstellungen nicht selbst setzen. Das PHP-Projekt sagt ausdrücklich, dass Werte in
.user.ini,.htaccessoder im Code (ini_set) hier nicht greifen; bei Apache mit mod_php sindphp_value-Zeilen in der.htaccesssogar Teil des Angriffswegs. Nur der Hoster kann sie serverseitig setzen (php_admin_value). Fragen Sie deshalb nach, ob er die Funktion „Upload-Fortschritt“ (session.upload_progress) abgeschaltet hat und welche Übergangsregeln laufen. Viele große Hoster nutzen dafür die Schutzregeln von Imunify360 oder eigene Filter. - Für Server-Betreiber: in der
php.inibzw. im FPM-Poolsession.upload_progress.enabled = 0,post_max_size = 8M(32M, wenn Uploads gebraucht werden),max_input_nesting_level = 8,expose_php = 0, bei PHP 8.5fatal_error_backtraces = 0, bei PHP-FPM ein niedrigespm.max_requests. Die ebenfalls genannte Einstellungmemory_limit = -1hebt die Speichergrenze auf und kann den Server lahmlegen; nur mit Überwachung und nur kurz. Keine Speicherbegrenzung perulimit(RLIMIT), die löst genau den Fehler aus. Nach jeder Änderung und nach dem Update alle PHP-Prozesse wirklich neu starten: einapachectl gracefullässt das alte mod_php geladen. Die laufende Version danach über einen Seitenaufruf prüfen (phpinfo), nicht auf der Kommandozeile. - Schutzschirm davor: Wer Cloudflare nutzt, auch im kostenlosen Tarif, bekommt Regeln, die bekannte Angriffsmuster blocken. Das ist ein Zaun, kein Fundament.
- Notbremse: Wenn nichts davon möglich ist und die Seite Kundendaten hält, lieber für einen Tag vom Netz, als ein Wochenende lang offen zu stehen. Aber richtig: Der „Wartungsmodus“ von WordPress oder Shopware hilft nicht, PHP verarbeitet weiter jede Anfrage. Es muss PHP selbst aus sein und eine statische Seite ausgeliefert werden; beim Hoster heißt das meist „PHP deaktivieren“ oder ein Ticket. Server-Betreiber können stattdessen Datei-Uploads (multipart) am Webserver sperren oder nur Lesezugriffe (GET/HEAD) zulassen.
- Der Mittelweg statt Abschalten, die „Web-Visitenkarte“: Ihre Website als reine HTML-Kopie ausliefern, also Startseite, Leistungen, Öffnungszeiten, Kontakt als feste Seiten ohne PHP. Ohne PHP gibt es nichts anzugreifen, Sie bleiben für Kunden und Google sichtbar, nur Formulare und Login sind so lange aus. Danach in Ruhe patchen, prüfen, zurückschalten. Wer Ihre Seite betreut, kann so eine Kopie in ein bis zwei Stunden ziehen; wie Sie es selbst mit KI-Hilfe machen, steht unter Selbsthilfe.
Woran erkenne ich, dass schon jemand drin war?
Die Entdecker nennen Zeichen, die bis zum Update beobachtet werden sollten. Vieles davon sehen Sie nur in den Protokollen des Servers; Ihr Hoster oder Ihre Agentur kann nachsehen.
- Plötzlich viele Fehlermeldungen „500“ oder Meldungen zum Speicherlimit, besonders nach Formular-Uploads.
- Ungewöhnlich große oder beschädigte Sitzungs-Cookies (
PHPSESSID). - PHP-Prozesse, die sich ständig neu starten.
- Für Sie selbst sichtbar: neue, unbekannte Dateien im Webspace, fremde Admin-Benutzer, ein geänderter Seitentitel, Weiterleitungen auf fremde Seiten, Warnungen von Google („Diese Website wurde möglicherweise gehackt“), Beschwerden über Spam von Ihrer Adresse.
Wenn Sie eines dieser Zeichen sehen:
- Nicht aufräumen, erst sichern. Ein vollständiges Backup des jetzigen Zustands, inklusive Protokolle, bevor jemand etwas löscht. Das ist Ihr Beweismaterial.
- Seite vom Netz (Wartungsseite), damit Besucher nicht gefährdet werden.
- Passwörter ändern, von einem anderen Gerät aus: Hosting-Zugang, FTP, Datenbank, Admin-Logins, danach alle API-Schlüssel und Zertifikate erneuern, weil die Lücke genau diese Dinge verraten kann.
- Hoster informieren, die wissen oft mehr und können Protokolle sichern.
- Meldepflicht prüfen: Waren Kundendaten erreichbar (Shop, Praxis, Kanzlei, Verein mit Mitgliederdaten), kann eine Meldung an die Datenschutzbehörde innerhalb von 72 Stunden nötig sein. Das klären Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten oder Anwalt; ich liefere die technischen Fakten dazu.
- Erst dann neu aufsetzen, aus einer sauberen Sicherung von vor dem Einbruch, mit frischem PHP.
Wie ich bei so einem Fall vorgehe, erst Kopie, dann Spuren lesen, dann aufräumen, steht auf der Seite Nach einem Betrugsanruf: erst sichern, dann aufräumen. Für einen Server gilt dasselbe Prinzip.
Selbsthilfe: Website statisch machen, sichern, patchen, mit KI-Hilfe
Wenn Ihr Hoster noch nicht so weit ist, ist eine statische Kopie Ihrer Website die beste Übergangslösung: reine HTML-Seiten ohne PHP. Wo kein PHP läuft, gibt es für diese Lücke nichts anzugreifen; Kunden und Google sehen die Seite weiter, nur Formulare, Login und Shop sind so lange aus. Die Anleitungen dazu stehen unten zum Aufklappen: erst das Statisch-Machen, davor die Sicherung, dann der Patch für eigene Server, zuletzt, was eine statische Seite auf Dauer bringt.

Bevor Sie anfangen, zwei Regeln: Erstens, Sicherung zuerst, immer, von Dateien und Datenbank. Zweitens, lassen Sie sich von der Person begleiten, die Ihre Seite gebaut hat oder betreut, oder von Ihrem Administrator. Ohne diese Begleitung handeln Sie auf eigene Gefahr; der KI-Helfer ist ein Werkzeug, keine Vertretung für jemanden, der Ihre Technik kennt.
Website statisch machen, mit KI-Assistent: erst fragen, dann bewerten, dann umsetzen
Früher war das Handarbeit für einen Nachmittag. Mit einem KI-Werkzeug, das auf Ihrem Rechner arbeitet, ist es in etwa einer Stunde erledigt, auch ohne Technikkenntnisse. Danach in Ruhe patchen, prüfen, zurückschalten.
Was nicht statisch geht, und was stattdessen: Kontaktformular → Mail-Link und Telefonnummer. Login oder Mitgliederbereich → bleibt aus, mit Hinweistext. Shop und Warenkorb → „Bestellung per Telefon oder E-Mail“. Suche, Kommentare, Terminbuchung, Newsletter-Anmeldung → aus, mit Hinweis. Genau das prüft der Prompt als Erstes, damit Sie vorher wissen, worauf Sie verzichten.
Was Sie brauchen: ein Claude-Konto mit Abo (der KI-Helfer heißt Claude Code und läuft auf Ihrem Mac oder Windows-Rechner), die Zugangsdaten zu Ihrem Hosting, eine Stunde Zeit und den Prompt unten. Ich arbeite selbst täglich damit; der Prompt stammt aus meiner eigenen Arbeit an genau diesem Thema. Mit einem Pro-Abo und der Claude-App auf dem Rechner läuft der Assistent direkt auf Ihren Dateien. Ohne Claude Code geht es auch im normalen Chat per Kopieren und Einfügen, aber nur für Fragen, Bewertung und die Patch-Anleitung; die statische Kopie selbst braucht das Werkzeug auf Ihrem Rechner.
Claude Code einrichten, in drei Schritten:
- Konto: Auf claude.ai anmelden und ein Abo wählen (Pro reicht).
- Programm: Entweder die Claude-App für den Rechner installieren und dort den Reiter „Code“ öffnen, oder im Terminal (Mac: Programme → Dienstprogramme → Terminal; Windows: PowerShell) den Befehl von der offiziellen Seite claude.com/claude-code einfügen. Die Seite erklärt beide Wege.
- Starten: Einen leeren Ordner anlegen (etwa „Website-Kopie“), ihn in Claude Code öffnen, den Prompt unten einfügen, abschicken. Der Helfer führt Sie durch alles Weitere und fragt vor jedem Schritt.
Der Assistenten-Prompt: Er liest zuerst diese Seite als Grundlage, fragt Sie dann Ihre Angaben ab (Adresse, System, Hoster, wo die Domain liegt, wer die Seite gebaut hat, was sie können muss, ob es eine Sicherung gibt), bewertet und schlägt Ihnen Varianten vor: nur PHP-Version umstellen, statische Kopie über einen der drei Wege, oder kurz vom Netz. Erst nach Ihrer Entscheidung geht es Schritt für Schritt weiter. Kopieren und einfügen, nichts auszufüllen:
Du bist mein IT-Assistent, ich bin kein Techniker. Erkläre alles ohne Fachjargon, frag mich eine Sache nach der anderen, und tu nichts (löschen, hochladen, umstellen), bevor ich es ausdrücklich freigebe. Schritt 1, Grundlage holen: Lies zuerst meine Informationsseite https://www.riedelit.de/php2shell-sicherheitsluecke-was-tun/ komplett, besonders die Abschnitte „Übergangsmaßnahmen“, „Selbsthilfe“ und „So schalten Sie die Kopie scharf“. Das ist der aktuelle Stand, den du als Grundlage nimmst. Schritt 2, meine Angaben abfragen, eine Frage nach der anderen: - Adresse meiner Website. - Womit sie gebaut ist (WordPress, TYPO3, Joomla, Shop-System, Baukasten, weiß ich nicht). - Bei welchem Hoster sie liegt und ob ich Zugang zum Hosting-Panel habe. - Wo die Domain verwaltet wird (beim selben Hoster oder woanders) und ob ich die DNS-Einstellungen ändern kann. - Ob der Webspace mehrere Ordner erlaubt und ob ich die Domain im Panel auf einen anderen Ordner zeigen lassen kann. - Wer die Seite gebaut hat oder betreut, und ob ich diese Person gerade erreichen kann. - Was die Seite können muss: Kontaktformular, Login, Shop, Terminbuchung, Suche, Newsletter, mehrere Sprachen. - Ob es eine aktuelle Sicherung gibt, und ob mein Hoster im Panel eine Sicherung anbietet. - Welche PHP-Version das Panel anzeigt und ob dort schon 8.5.12, 8.4.27, 8.3.36 oder 8.2.35 wählbar ist. Schritt 3, bewerten und Varianten vorschlagen: Fasse zusammen, was du verstanden hast, und schlage mir dann mit Begründung vor, was in meinem Fall passt: A) Nur die PHP-Version im Hosting-Panel umstellen, wenn der Hoster die gepatchte Version schon anbietet. Dann ist die statische Kopie nicht nötig. B) Statische Kopie als Übergang, mit dem passenden Weg zum Scharfschalten: (a) Kopie in einen anderen Ordner auf demselben Webspace und die Domain im Panel dorthin zeigen lassen; (b) wenn das lokal nicht geht: Kopie auf einen anderen Webserver oder Baukasten und die Domain per DNS dorthin umleiten; (c) Austausch im selben Ordner, alte Installation beiseitelegen. C) Seite kurz vom Netz, wenn weder A noch B heute möglich ist und Kundendaten auf der Seite liegen. Nenne zu jeder Variante Aufwand, Nebenwirkungen und den Rückweg. Empfiehl eine. Weise mich darauf hin, dass ich das mit der Person abstimmen sollte, die meine Seite gebaut hat oder betreut, und dass ohne diese Begleitung alles auf eigene Gefahr geschieht. Schritt 4, erst nach meiner Entscheidung ausführen: Zuerst die Sicherung (Dateien und Datenbank, bevorzugt über die Sicherungsfunktion des Hosters, sonst per Download), dann der gewählte Weg Schritt für Schritt. Bei B: Prüfe zuerst, was nicht statisch funktioniert, und schlage je Punkt einen Ersatz vor (Formular → Mail-Link und Telefonnummer, Shop → Hinweis „Bestellung per Telefon oder E-Mail“); erzeuge dann eine vollständige statische Kopie (alle Seiten, Bilder, Stylesheets, Schriften, relative Links, zum Beispiel mit wget --mirror oder httrack); prüfe die Kopie lokal im Browser und zeige mir, was fehlt oder kaputt ist; erkläre mir das Hochladen, das Scharfschalten über den gewählten Weg, das Abschalten von PHP und den Rückweg. Schritt 5, Abschluss: Fasse auf einer halben Seite zusammen, was jetzt läuft, was fehlt, was ich meinem Hoster oder meiner Agentur schreiben soll, und wann ich zurückschalten kann.
So schalten Sie die Kopie scharf, drei Wege, jeder mit Rückweg:
- Schnellster Weg, neuer Ordner: Der Webspace erlaubt meist mehrere Ordner. Die Kopie in einen neuen Ordner hochladen (etwa „statisch“) und im Hosting-Panel die Domain auf diesen Ordner zeigen lassen; bei IONOS, Strato und All-Inkl heißt der Punkt „Zielverzeichnis“ oder „Domain-Ziel“. Die alte Installation bleibt unangetastet liegen. Wenn das Panel es anbietet, zusätzlich PHP für den Webspace abschalten. Rückweg: Domain wieder auf den alten Ordner stellen, eine Minute.
- Web-Visitenkarte woanders: Eine schlanke Seite mit Startseite, Leistungen, Öffnungszeiten und Kontakt bei einem anderen Anbieter oder Baukasten hochladen und die Domain per DNS dorthin umleiten. Dauert wegen DNS Minuten bis Stunden. Sinnvoll, wenn der eigene Hoster gar nichts anbietet. Rückweg: DNS zurückstellen, dauert ebenso lange.
- Austausch im selben Ordner: Alte Installation in einen Unterordner „alt-2026-10“ verschieben (nicht löschen), Kopie in den Hauptordner. Nur mit vorheriger Sicherung. Rückweg: zurückschieben.
Vorher: Sicherung mit KI-Hilfe
Bevor Sie etwas umstellen, gehört eine Sicherung auf Ihren eigenen Rechner: die Dateien der Website und die Datenbank. Bei den meisten Hostern reicht „Backup jetzt“ im Kundenbereich. Wer die Sicherung zusätzlich lokal haben möchte oder sich dabei führen lassen will, gibt Claude Code den Prompt unten. Eine Regel vorweg: Zugangsdaten gehören nicht in den Chat. Passwörter geben Sie nur dort ein, wo das Programm auf Ihrem Rechner danach fragt, etwa im Anmeldefenster des FTP-Programms oder des Hosting-Panels.
Zuerst beim Hoster nachsehen: Viele Anbieter haben im Kundenbereich eine eigene Sicherung („Backup“, „Wiederherstellung“, „Sicherungen“), oft täglich automatisch. Ein Klick auf „jetzt sichern“ dort ist der einfachste Weg; der Assistent unten ist für alle, bei denen es das nicht gibt oder die zusätzlich eine Kopie auf dem eigenen Rechner wollen.
Du bist mein IT-Helfer, ich bin kein Techniker. Erkläre alles ohne Fachjargon und frag mich vor jedem Schritt. Lösche und verändere nichts auf dem Server. Meine Website: [Adresse, z. B. https://www.meine-firma.de] System: [WordPress / TYPO3 / Joomla / weiß ich nicht] Hoster: [z. B. IONOS, Strato, All-Inkl / eigener Server] Ziel: Eine vollständige Sicherung meiner Website auf meinem eigenen Rechner, bevor ich wegen der PHP-Sicherheitslücke „PHP2Shell“ (21.10.2026) etwas umstelle. Bitte gehe so vor: 1. Lege auf meinem Rechner einen Ordner „Sicherung-[heutiges Datum]“ an und erkläre mir kurz, was alles gesichert werden muss: die Dateien der Website (Texte, Bilder, Themes, Plugins, Konfigurationsdatei) und die Datenbank. 2. Dateien: Zeige mir, wie ich sie herunterlade, entweder über den SFTP- oder FTP-Zugang meines Hosters oder als Download im Hosting-Panel. Wenn Zugangsdaten nötig sind, sag mir, wo ich sie auf meinem Rechner eingebe. Ich schreibe sie nicht in den Chat. 3. Datenbank: Zeige mir, wie ich sie exportiere, meist über das Hosting-Panel oder phpMyAdmin; bei einem eigenen Server mit mysqldump. Die Export-Datei kommt in denselben Ordner. 4. Prüfe die Sicherung auf Vollständigkeit: Anzahl und Gesamtgröße der Dateien, ob die Datenbank-Datei nicht leer ist, ob die Konfigurationsdatei dabei ist (bei WordPress wp-config.php). 5. Fasse am Ende zusammen: Was ist gesichert, wo liegt es, was fehlt noch. Auf dem Server bleibt alles, wie es war.
Für eigene Server: die Lücke mit KI-Hilfe schließen
Dieser Teil gilt nur, wenn Sie einen eigenen Server oder vServer betreiben (Plesk, cPanel, Docker, Ubuntu oder Debian). Kunden eines Hosting-Pakets können nicht selbst patchen; sie wählen nur die PHP-Version aus, wie oben beschrieben. Wer einen Administrator hat, lässt ihn das machen. Wer keinen hat, kann sich von Claude Code führen lassen; der Prompt verlangt vor jedem Schritt eine Rückfrage und nichts ohne Sicherung.
Du bist mein IT-Helfer für meinen eigenen Server, ich bin kein Administrator. Erkläre mir jeden Befehl, bevor du ihn ausführst, und frag mich vor jedem Schritt. Nichts ohne Sicherung. Mein Server: [Ubuntu / Debian / Plesk / cPanel / Docker / weiß ich nicht] Webserver: [Apache / nginx / weiß ich nicht] Website darauf: [Adresse, System, z. B. WordPress] Ziel: Die PHP-Sicherheitslücke „PHP2Shell“ (CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619, 21.10.2026) auf diesem Server schließen. Bitte gehe so vor: 1. Stelle fest, welche PHP-Version läuft und in welcher Betriebsart (mod_php oder PHP-FPM). Erkläre mir, was das für mich bedeutet. 2. Prüfe, ob eine aktuelle Sicherung vorhanden ist (Dateien, Datenbank, Konfiguration). Wenn nicht: erst sichern, dann weiter. 3. Aktualisiere PHP über die Pakete meiner Distribution. Ziel ist 8.5.12, 8.4.27, 8.3.36 oder 8.2.35, oder die nachgebesserte Fassung (Backport), die meine Distribution für ihre PHP-Version anbietet. Bei Docker: das Image erneuern. 4. Falls das Paket noch nicht verfügbar ist: Setze die Übergangswerte aus der offiziellen PHP-Sicherheitsmeldung, mindestens session.upload_progress.enabled = 0 und ein kleines post_max_size, und erkläre mir, dass das nur bis zum Update gilt. 5. Starte danach ALLE PHP-Prozesse wirklich neu, also Webserver und PHP-FPM. Ein „graceful“-Neustart reicht nicht. 6. Prüfe die laufende Version über einen Seitenaufruf (etwa eine phpinfo-Seite, die du danach wieder löschst), nicht nur auf der Kommandozeile. 7. Sieh die Protokolle von Webserver und PHP auf Spuren durch: gehäufte Fehler 500, Meldungen zum Speicherlimit, ungewöhnlich große Sitzungs-Cookies, ständig neu startende PHP-Prozesse. Zeige mir, was du findest, und bewerte es nüchtern. 8. Erinnere mich danach daran, die Passwörter und Schlüssel zu wechseln, die der Server kennt (Datenbank, Mail, API-Schlüssel, Zertifikate), und schlage mir eine Reihenfolge vor. 9. Fasse am Ende zusammen: Version vorher und nachher, welche Werte gesetzt sind, was in den Protokollen stand, was noch offen ist.
Eine statische Seite ist trotzdem der sicherere Weg, solange die Lage läuft.
Was eine statische Seite sonst noch bringt
Eine statische Seite ist keine Notlösung, sondern ein eigenes Prinzip. Diese Seite hier läuft so. Was es bringt, nüchtern aufgezählt:
- Schneller: Der Server muss nichts zusammenbauen, er liefert fertige Seiten aus.
- Weniger Angriffsfläche, dauerhaft: Ohne PHP, Plugins und Datenbank fällt das meiste weg, was sonst gepatcht werden muss.
- Kaum Wartung: Keine Updates von System, Theme und Plugins, die sich gegenseitig im Weg stehen.
- Günstiger im Betrieb: Ein kleines Hosting-Paket reicht in der Regel.
Wie sich das in Zahlen zeigt: Diese Website hier ist seit dem Neuaufbau statisch. So sah Googles PageSpeed-Test für die Startseite am 21. Oktober 2026 um 19:37 Uhr aus (Handy-Messung):

Nach der Lage kann man das statische Prinzip dauerhaft übernehmen: Was heute die Übergangslösung ist, wird dann die eigentliche Website. Wer das für seine Seite möchte, darf mir schreiben, riedel@riedelit.de, Betreff „Website statisch machen“.
Ich antworte in der Reihenfolge des Eingangs und sage Ihnen ehrlich, ob und wann ich es übernehmen kann.
Drei Fragen, die mir heute am häufigsten gestellt wurden
Muss ich meine Seite wirklich abschalten?
Nein, nicht als Erstes. Die Reihenfolge ist: Sicherung, PHP-Version umstellen, durchklicken. Abschalten ist nur die Notbremse, wenn das Update nicht geht und die Seite Kundendaten, Logins oder einen Shop hat. Und selbst dann ist die Web-Visitenkarte meist besser als eine leere Seite. Die britische Behörde NCSC sagt es genauso: offline nehmen nur als letztes Mittel.
Wenn jemand auf dem Webserver ist, kann er dann auch meine E-Mails lesen?
Nicht automatisch, aber oft über Umwege. Der Angreifer bekommt die Rechte Ihrer Website, nicht die Ihres Postfachs. Bei einem Hosting-Paket liegen Website und Postfächer meist auf getrennten Systemen; dann kommt er an die Mails nicht direkt heran. Drei Umwege sind aber real: Erstens, wenn Ihre Website selbst Mails verschickt (Kontaktformular, Shop, WordPress mit SMTP-Plugin), steht das Passwort dieses Postfachs in der Konfiguration oder im Arbeitsspeicher, und genau den kann die Lücke verraten. Zweitens, wenn Sie Webmail (etwa Roundcube) auf demselben Server betreiben, läuft die mit PHP und ist selbst betroffen. Drittens, wenn Sie für Website und Postfach dasselbe Passwort benutzen. Deshalb nach einem Einbruch: das Passwort jedes Postfachs ändern, das die Website kennt, Weiterleitungsregeln und den Ordner „Gesendet“ auf Fremdes prüfen, Zwei-Faktor-Anmeldung fürs Postfach einschalten. Und ohne Einbruch? In der Ruhe liegt die Kraft: erst das Update, dann in den nächsten Tagen die Passwörter wechseln, die die Website kennt, eines nach dem anderen, mit Notiz, wo es überall eingetragen ist. Hektisch heute Nacht alles auf einmal zu ändern bringt mehr Aussperrungen als Sicherheit. Ihre Mail-Zustellung (DNS, MX) bleibt davon unberührt, solange nicht auch der Hosting-Zugang selbst erbeutet wurde.
Reicht es, wenn WordPress oder der Shop im Wartungsmodus ist?
Nein. Der Wartungsmodus ist eine Seite, die PHP anzeigt; PHP verarbeitet weiter jede Anfrage, auch die des Angreifers. Schutz gibt es nur ohne PHP (statische Kopie), mit gesperrten Uploads am Webserver oder ganz vom Netz.
Textvorlage: So fragen Sie Hoster oder Agentur
Kopieren, Namen einsetzen, abschicken. Mehr braucht es nicht.
Betreff: PHP2Shell (CVE-2026-109618/109619): Status unserer Website
Guten Tag,
am 21.10.2026 wurden zwei kritische PHP-Sicherheitslücken bekannt („PHP2Shell“, CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619). Bitte teilen Sie mir kurz mit:
1. Welche PHP-Version läuft aktuell für [Domain]?
2. Ist die gepatchte Version (8.5.12 / 8.4.27 / 8.3.36 / 8.2.35) bereits eingespielt, oder wann wird sie es?
3. Welche Übergangsmaßnahmen haben Sie aktiviert (z. B. session.upload_progress deaktiviert, WAF-Regeln)?
4. Gibt es in den Protokollen Hinweise auf Angriffsversuche gegen unsere Seite?
Ich bitte um Rückmeldung bis morgen. Vielen Dank.
[Name, Firma, Telefon]
Wo ich die Lage verfolge
Diese Stellen dokumentieren den Verlauf laufend und nüchtern, alle am 21. Oktober von mir gelesen. Wenn Sie nur eine lesen wollen: die erste.
- BSI: Pressemitteilung zur PHP-Schwachstelle und die Cybersicherheitswarnung (PDF, Kritikalität „sehr hoch“, wird versioniert fortgeschrieben). Deutsch, amtlich, nüchtern.
- PHP-Projekt: offizielle Sicherheitsmeldung, die Quelle für Versionsnummern, Betroffenheit und alle Übergangseinstellungen (englisch).
- SANS Internet Storm Center, das Frühwarnzentrum hat die Alarmstufe auf Gelb gesetzt und aktualisiert den Eintrag laufend (englisch).
- NCSC-NL: Software-Inventar „php2shell“, die niederländische Behörde pflegt wie bei Log4Shell eine Liste, welche Produkte (Plesk, QNAP, Synology, Shopware …) betroffen sind (englisch).
- Sansec: PHP2Shell, Zeitleiste, Gegenmaßnahmen und Erkennungszeichen der Shop-Sicherheitsfirma, die als eine der ersten berichtet hat (englisch).
- Cloudflare-Blog, die einzige Stelle mit Blick auf echten Angriffsverkehr, dazu die Schutzregeln (englisch).
- Wiz Research, Mitentdecker, technische Einordnung und Erkennungszeichen (englisch).
- heise online, deutschsprachige Einordnung mit Zitaten des PHP-Teams.
- Deutschland sicher im Netz, Handlungsempfehlungen für kleine Betriebe in einfacher Sprache.
Noch offen (Stand 18:20 Uhr): Statusmeldungen der großen deutschen Hoster (IONOS, Strato, All-Inkl, Hetzner, netcup, Mittwald, Hosteurope) habe ich noch nicht gefunden; Plesk- und cPanel-Pakete waren am Nachmittag angekündigt, aber noch nicht ausgeliefert. Ich trage es nach.
Ein offenes Wort: Wer Ihnen heute helfen kann
Bei meinen Bestandskunden melde ich mich in diesen Tagen selbst, oder Sie erreichen mich wie gewohnt. Neue Aufträge zu dieser Lücke kann ich derzeit nicht annehmen; ich bin ein Einzelbetrieb, und die Kapazität gehört den Kunden, die ich schon betreue. Einzige Ausnahme: das statische Umstellen einer Website, dazu dürfen Sie mir schreiben. Diese Seite ist deshalb meine Hilfe für alle anderen: Teilen Sie sie, drucken Sie sie, schicken Sie die Textvorlage an Ihren Hoster. Die richtigen Ansprechpartner sind heute: Ihr Hoster (Support-Ticket, Statusseite), Ihre Agentur oder der Dienstleister, der die Seite gebaut hat, bei einem Einbruch mit Personendaten zusätzlich Ihr Datenschutzbeauftragter. Das BSI bietet für kleine Betriebe die Informationen und Empfehlungen für Unternehmen.